Kritische Extremitätenischämie chirurgisch oder interventionell behandeln?

Einleitung

Ohne zeitnahe Reperfusion müssen sich Patienten mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) Fontaine Stadium III oder IV (Ruheschmerz oder Gangrän) in 25% der Fälle innerhalb eines Jahres einer Amputation unterziehen. Welche Revaskularisierungsstrategie neben der optimierten medikamentösen Therapie für Patienten mit kritischer Extremitätenischämie am günstigen ist, ist unklar.

Methode

Patienten mit einer pAVK Stadium III oder IV wurden randomisiert einer Bypassoperation mit einem Vena saphena Entnahme (Kohorte 1), alternativer Bypassoperation bei unmöglicher Vena saphena Entnahme (Kohorte 2) oder einer endovaskulären Technik nach Entscheidung des Operateurs revaskularisiert und 30 Monate nachuntersucht. Die Studie wurde multizentrisch in den USA, Canada, Finnland, Libanon und Australien durchgeführt.

Resultate

Das Durchschnittsalter lag bei 67 Jahren, 28,5% waren Frauen. Von August 2014 bis Oktober 2019 wurden 718 Patienten offen chirurgisch und 716 endovaskulär revaskularisiert. In der chirurgisch behandelten Gruppe der Kohorte 1 erlitten 42,6% und in der interventionell behandelten Gruppe 57,4% ein primäres Ereignis – Amputation oder Todesfall. In der Kohorte 2 waren die Ereignisrate 42,8% versus 47,7% nicht mehr signifikant.

Diskussion

Die Autoren schließen aus den Daten auf eine Überlegenheit der chirurgischen Technik bei möglicher Vena saphena Entnahme bezüglich dem weiteren Verlauf (Amputation oder Tod) nach der Revaskularisierung im Vergleich zur endovaskulären Intervention

Literatur: A.Farber, M.T.Menard, M.S. Conte et al. Surgery or endovascular Therapy for Chronic Limb-Threatening Ischemia. N Eng J Med 2022; 387; 25: 2305-2316

Rezensent: Prim. Dr. Peter Dovjak, Leiter der Akutgeriatrie, Salzkammergut Klinikum Gmunden

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