Ablation bei herzinsuffizienten Patienten mit Vorhofflimmern nötig?

In einer multizentrischen, randomisierten Kontrollstudie war die Mortalitätsrate in der Gruppe der Patienten, die ablatiert wurden, signifikant gegenüber der Kontrollgruppe, die die medikamentöse Standardtherapie erhielt, reduziert.

Prim. Dr. Peter Dovjak

Einleitung

Herzinsuffiziente Patienten mit Vorhofflimmern haben ein erhöhtes Risiko für Spitalseinweisungen, Schlaganfälle und die Mortalität im Vergleich zu Patienten mit Sinusrhythmus. Die Rhythmuskontrolle ist gemäß aktueller Datenlage im Vergleich zur Frequenzkontrolle des Vorhofflimmerns gleichwertig bezüglich der Prognose. Die Katheterablation ist für symptomatische Patienten mit Vorhofflimmern eine etablierte Methode. Die Studie mit dem Akronym CASTLE-AF untersucht die Effekte der Katheterablation bei Patienten mit Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern.

Methode

Multizentrische (33 Zentren in Europa, Australien und den USA), randomisierte Kontrollstudie im Zeitraum von Jänner 2008 bis Jänner 2016. Die Patienten mit Herzinsuffizienz im klinischen Stadium > NYHA 2 und Vorhofflimmern erhielten alle einen Kardioverter-Defibrillator oder Resynchronisations-Defibrillator implantiert. Randomisiert wurde bei der Interventionsgruppe eine Katheterablation mit Isolierung der Lungenvenen mit Wiederherstellung eines Sinusrhythmus durchgeführt oder gemäß der Leitlinien medikamentös behandelt (Kontrollgruppe); alle wurden mit Warfarin antikoaguliert und bis zu 60 Monate nachbeobachtet.

Resultate

363 Patienten wurden im Mittel 38,7 Monate nachbeobachtet. Davon verstarben 51 Patienten (28,5%) in der Ablationsgruppe und 82 Patienten (44,6%) in der Kontrollgruppe. Das Durchschnittsalter lag bei 64 Jahren, 86% waren Männer. An sekundären Endpunkte wurde in der Ablationsgruppe eine Verbesserung der Auswurffraktion bei 8% und 0,2% in der Kontrollgruppe gefunden. Im Sinusrhythmus waren bei der Visite nach 60 Monaten 63,1% der Patienten aus der Ablationsgruppe und 21,7% der Kontrollgruppe.

Diskussion

In dieser Studie konnte eine signifikant geringere Moralitätsrate bei Patienten mit Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern, die ablatiert wurden, im Vergleich zur medikamentösen Standardtherapie gezeigt werden. Auch konnte in der Interventionsgruppe die Rate an Patienten mit Vorhofflimmern nachhaltig reduziert werden. Einschränkend ist zu erwähnen, dass es sich bei den Patienten um ein sehr ausgewähltes Kollektiv, die in hochspezialisierte Zentren behandelt wurden, handelt.

Literatur

Marrouche NF, Brachmann J, Andresen D, et al. Catheter Ablation for Atrial Fibrillation with Heart Failure. N Engl J Med. 2018;378(5):417-427.

Rezensent

Prim. Dr.Peter Dovjak, Leiter der Akutgeriatrie, Salzkammergutklinikum Gmunden

Weitere Beiträge

Akutgeriatrie-Bericht 2025

Der Akutgeriatrie-Bericht 2025 zeigt erneut eindrucksvoll, welchen Beitrag die Akutgeriatrie für die Versorgung älterer und multimorbider Patient*innen in Österreich leistet. Die dargestellten Ergebnisse verdeutlichen nicht nur die hohe klinische Komplexität

weiterlesen >

Hochaltrigenstudie (ÖIHS)

Das Projekt Österreichische Interdisziplinäre Hochaltrigenstudie (ÖIHS) Im Rahmen der ÖIHS wird die Gesundheits-, Lebens- und Betreuungssituation von Menschen über 80 als einer demographisch wie auch sozial- und gesundheitspolitisch hoch relevanten

weiterlesen >